Wiewohl aktuell in aller Munde, wird das Thema Energieeffizienz in Tagesmedien und somit in der öffentlichen Diskussion vorwiegend mit Schlagwörtern wie CO2-Emmissionen von Kraftfahrzeugen, Energiesparlampen in Haushalten und Wärmeschutz-Dämmungs-maßnahmen an Gebäuden in Verbindung gebracht. Dabei geht es in Wahrheit um eine viel umfassendere Zielsetzung, die die österreichische Bundesregierung in ihrem im Jahr 2007 erstellten „Energieeffizienz-Aktionsplan“ gemäß der EU-Richtlinie 2006/32/EG, der so genannten „Endenergieeffizienz-Richtlinie“, auf nationaler Ebene definierte.
Die zitierte EU-Richtlinie legt das Ziel fest, in neun Jahren – von 2007 bis 2016 – in jedem EU-Mitgliedsstaat 9% des, in der Periode 2001 bis 2005 gemessenen, durchschnittlichen jährlichen Endenergieverbrauchs, einzusparen. Für Österreich heißt dies hochgerechnet eine Einsparung von 80,4 PJ (Petajoule) – alleine bis Ende 2010 soll der Einsparungswert bereits 17,9 PJ betragen, was 2 % des jährlichen Durchschnittsverbrauchs bedeutet. Um diese Vorgaben erreichen zu können, wurde hierzulande der erste „Energieeffizienz-Aktionsplan“ der Republik Österreich geschmiedet, der u.a. auch eine Reihe von Maßnahmen, die im Bereich des produzierenden Sektors wirken sollen, enthält. Diese beziehen sich auf Programme, Energiedienstleistungen und andere Maßnahmen, welche die Energieeffizienz in jenen Industrien, Gewerben und Unternehmungen verbessern, die nicht emissionshandelspflichtig sind.
Die VIENNA-TEC 2010, als die größte, umfassendste und in ihrer Gesamtheit bedeutendste heimischen Fachmesse für Industrie und Gewerbe, wird sich bei ihrer dritten Auflage, vom 12. bis 15. Oktober 2010, den Besuchern erstmals mit dem übergreifenden Leitthema „Energieeffizienz“ präsentieren.
Gerade weil die Thematik allerorts diskutiert und dabei teilweise sehr einseitig und theoretisch dargestellt kommuniziert wird, hat der Veranstalter, die Reed Messe Wien, in enger Abstimmung mit dem Fachbeirat den Beschluss gefasst, das zukunftsweisende Thema „Energieeffizienz“ mit einem starken Praxisbezug darzustellenund sozusagen als roten Faden quer durch alle sechs Fachmesse-Bereiche der VIENNAT-TEC zu spannen.
Klar im Fokus stehen dabei reale Produkte – Bauteile, Komponenten, Geräte, Werkzeuge und Maschinen sowie gesamthafte Systeme.
Idee und Ziel ist es, mit dem neuen Leitthema „Energieeffizienz“ den Besuchern der VIENNA-TEC 2010 nicht nur die Bedeutung und Relevanz energieeffizienter Maßnahmen näher zu bringen, sondern vor allem auch anhand konkreter Entwicklungen und Praxisbeispiele zu veranschaulichen, mit welchen modernen Technologien und innovativen Lösungen bereits heute Energieeffizienz steigernde Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
Das Leitthema möge in Summe die vielfältigen unternehmerischen Aktivitäten rund um das Thema Energieeffizienz darstellen und zugleich aufzeigen, wie diese nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen können, in dem an Hand konkreter Return-on-Investment-Kalkulationen belegt wird, dass Energieeffizienz zugleich Kosteneffizienz bedeutet.
Dabei werden dem Spektrum an Energieeffizienz steigernden Maßnahmen bewusst keine Schranken gesetzt – ganz im Gegenteil, die Vielfalt der Messethemen bietet dem Besucher einen guten Gesamtüberblick über die verschiedenen Möglichkeiten.
Das beginnt am Bauteilesektor (Fachmesse IE INDUSTRIEELEKTRONIK), wo die Elemente immer kleiner und Strom sparender ausfallen, und zugleich weniger Abwärme produzieren.
Die Bereiche der Hoch-, Mittel- und Niederspannungstechnik (zu sehen auf der Fachmesse ENERGY-TEC) prägen aktuell verlustarme Schalttechnik und schrumpfende Gerätegrößen, bei den Schaltschranksystemen machte gerade in jüngster Vergangenheit die Kühltechnik Riesen-Fortschritte, und wartet heute mit enormen Energieeinsparpotenzialen auf.
Auch in allen Segmenten der Fertigungstechnik (zusammengefasst in der Fachmesse INTERTOOL) tun sich laufend neue Potenziale auf. Das beginnt beim durchgängigen Energiemanagement moderner Werkzeugmaschinen, geht weiter über die kontinuierliche Entwicklung neuer Trocken-Schneidwerkzeug, und endet bei reibungsarmen Oberflächen und Schmiermitteln, welche die mechanischen Energieverluste deutlich vermindern.
Auch in der Antriebs- und Fluidtechnik wird zunehmend die Frage, wie elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch betriebene Antriebe und Ventile den Anwendern beim Energie sparen helfen und damit die Betriebskosten senken können, zum entscheidenden Verkaufsargument.
Die Schweißtechnik (Fachmesse SCHWEISSEN/JOIN-EX) wartet mit weiterentwickelten Schweißverfahren auf, die weniger Spritzer erzeugen, deutlich höhere Schweißgeschwindigkeiten ermöglichen und eine signifikant verbesserte Spaltüberbrückung mit kontrolliertem Wärmeeintrag bieten.
Produktivität steigern und Prozesse effizienter gestalten, ist seit jeher zentrale Aufgabe der elektrischen Automatisierung (zu sehen auf der Fachmesse AUTOMATION AUSTRIA). Im Engineering tun sich durch Nutzung neuester CAx-Programm-Releases im konstruktiven Bereiche oder beim objektorientierten Konfigurieren und Programmieren mit modernster Automatisierungssoftware große Einsparungspotenziale auf. Zahlreiche neue Software-Tools schaffen Transparenz über den Energieverbrauch ganzer Maschinenparks und kompletter Anlagenstrukturen und rechnen die Auswirkungen von Optimierungsmaßnahmen voraus. In der industrielle Kommunikation sparen leistungsfähige Feldbussysteme mühsames Strippenziehen und Tonnen an Kabelmaterial, Ethernet und moderne, standardisierte Schnittstellen samt praktischer Connectivity-Lösungen verringern den Installationsaufwand.
Einen ganz wesentlichen Stellenwert in Sachen Energieeffizient nimmt die elektrische Antriebstechnik ein. Eine Vielzahl neue Drehstrom-Asynchronmotor mit immer höheren Wirkungsgraden (Stichwort: Neue IE-Standards) kommen aktuell neu auf den Markt – ebenso wie verlustarme Servoantriebe und neue Frequenzumrichter, die mit noch mehr Intelligenz und Funktionsvielfalt ausgestattet sind.
Last but not least bietet die industrielle MESSTECHNIK zahlreiche Möglichkeiten, verschiedene Energieformen und elektrische Größen zu messen, zu analysieren und lückenlos zu dokumentieren. Erst durch geeignete Messinstrumente lassen sich aktuelle Istzustände effizient erfassen. Sie bilden letztendlich die Rechen- und Entscheidungsgrundlage für jegliche Energieeffizienz steigernde Maßnahmen. |